Historischer Abriß von Holzhausen und der Veste Wachsenburg

Holzhausen

Holzhausen befindet sich in einer sehr reizvollen Landschaft in der Mitte des Freistaates Thüringen, im Norden des Ilm-Kreises. Die Kreisstadt und älteste Stadt Thüringens, Arnstadt, liegt unmittelbar in der östlichen Nachbarschaft.

Der Ort Holzhausen wurde erstmals 786, gemeinsam mit Bittstädt und Haarhausen, in einer Übergabeurkunde erwähnt. In dieser übergibt Erzbischof Lullus die Zelle Ohrdruf mit 20 Siedlungen an Karl den Großen.

Der Name Holzhausen entwickelte sich aus den Bezeichnungen Holczhusen, Holzhusu und Hollhusen. Diese Namen beziehen sich auf die vielen Obst- und Walnussbäume, die einst den Ort umgaben.

Holzhausen wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach von Feuer und Gewalt heimgesucht. Im Jahre 1447 plünderte Kurfürst Friedrich den Ort und ließ alles niederbrennen. Im Dreißigjährigem Krieg hatte das Dorf viel zu leiden. Im Jahre 1640 waren nur noch 56 Häuser bewohnt. Die vielen Äcker um das Dorf lagen zumeist brach. Einzelne Höfe, darunter auch das hölzhäuser Vorwerk, wurden abgerissen und das Holz in Arnstadt verkauft, um an Geld zu gelangen. Ein weiterer großer Brand vernichtete 14 Wohnhäuser und 13 Scheunen und Ställe am 09. Dezember 1748.

In der Zeit vor der Reformation besaß Holzhausen zwei Kirchen. Eine dem heiligen Wipertus und die andere der heiligen Anna geweiht. In der Reformationszeit ging diese jedoch ein. Die Kirche des heiligen Wipertus wurde nun der heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Das zur Kirche gehörige Pfarrhaus stammt aus dem Jahre 1606 und wurde bereits 1786 bis 1788 neu aufgebaut. Der Kirchturm an der Dreifaltigkeitskirche mit drei Glocken und einem Uhrwerk wurde 1818 gebaut. Den 1. und 2. Weltkrieg überstanden der Ort sowie die Kirche ohne größere Schäden durch Bombardierung oder Besatzung. Doch der Zahn der Zeit nagte stark an der Holzhäuser Kirche. Mit dem Amtsantritt von Pfarrer W. Griebenow im Jahre 1974 begann eine grundlegende Sanierung der Kirche. Viele helfende Hände aus dem ganzen Ort bemühten sich mit viel Schweiß, Kraft und Engagement, die Kirche wieder herzurichten. Höchstfeierlich eingeweiht wurde sie zu Pfingsten 1976. Im Jahre 1996 wurde die goldene Kirchturmspitze restauriert. So steht die Dreifaltigkeitskirche heute im Ortskern von Holzhausen.

Die Orte Bittstädt, Haarhausen, Holzhausen, Röhrensee und Sülzenbrücken haben sich 1994 zu einer Einheitsgemeinde, der Wachsenburggemeinde, zusammengeschlossen. Seit 2000 liegt auch der Verwaltungssitz in Holzhausen. Ende der 1990er Jahre begannen in allen Ortsteilen Wohnsiedlungen zu entstehen. Heute umgeben Holzhausen insgesamt drei Wohnsiedlungen, somit leben nun ca. 620 Einwohner hier.

Die Vereinslandschaft von Holzhausen ist geprägt durch die Freiwillige Feuerwehr e.V., den Freizeitkegelclub „Die Holzwürmer“, den Frauenchor „ Die Brandtallerchen“, die Kirmesgesellschaft und seit kurzem den "Verein der Freunde der Thüringer Bratwurst e.V.". Denn seit Mai 2006 hat in Holzhausen das 1. Bratwurstmuseum seine Pforten geöffnet.

Die Veste Wachsenburg

Eng verbunden mit der Geschichte von Holzhausen ist auch die der Wachsenburg. Die Veste Wachsenburg wurde 933 - 956 von Abt Meingoth zu Hersfeld erbaut. Schließlich wurde sie dem Grafen von Kefernburg zu Lehen gegeben. Bis in das 16. Jahrhundert hinein hieß sie jedoch noch Wassenburg. Im Laufe der Jahrhunderte durchlebte die Burg unruhige Zeiten, was durch viele Wechsel der Besitzer deutlich wird.

Die Veste Wachsenburg ist eine der drei sagenumwobenen Burgen "Drei Gleichen". Die Drei Gleichen, die Burg Gleichen, die Mühlburg und die Wachsenburg sind jedoch nur aus der Ferne gleich. Wo die Burg Gleichen und die Mühlburg nur noch als Ruinen auf ihren Bergkuppen herrschen und Museen beinhalten, ist die Wachsenburg saniert und wieder hergerichtet und beheimatet seit 1992 ein Hotel. Der Sage nach sind alle drei Burgen am uralten Handelsweg Via Regio zwischen Gotha und Erfurt durch ein Gewitter in einer einzigen Nacht, Fackeln gleich abgebrannt.

Die erleuchteten Mühlburg, Burg Gleichen und Wachsenburg beeindrucken noch heute von weitem den nächtlichen Thüringen-Reisenden auf der Autobahn 4. Im Mittelalter zum Schutz der Handelsreisenden auf drei gleichartigen Bergkegeln gebaut, waren die Drei Gleichen zeitweise auch Schlupfwinkel für Diebesbanden. Heute gehören sie zu den beliebtesten Ausflugs- und Wanderzielen im Vorland des Thüringer Waldes.

Thomas Engelhardt für die Kirmesgesellschaft Holzhausen